Donnerstag, 21. Mai 2015

Von Kagoshima nach Nagasaki

Es war heute ein langer Tag. Ich bin um 5 Uhr aufgestanden, um mir den Sonnenaufgang anzusehen. Um kurz nach halb 6 ist der Vulkan mit einer kleinen Aschewolke ausgebrochen. Da es ein relativ harmloser Ausbruch war, kann ich sagen, dass ich einige schöne Bilder gemacht habe .

Um 8 Uhr ging es dann mit dem Bus in Richtung Kumamoto los. Unsere Reiseleiterin hat uns auf der Fahrt dorthin einiges über die japanische Geschichte, insbesondere der Samurai erzählt. Da aber die Ereignisse nur schwer in die gelernten Schulkenntnisse einzuordnen sind, ist es schwierig die Geschehnisse in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Ziel in Kumamoto war die Burg. Die japanischen Burgen haben natürlich eine andere Architektur, man könnte sie fast mit Pagoden oder Tempeln verwechseln. Besonders interessant, zumal ich dort auch fotografieren konnte, war das neu rekonstruierte Wohnhaus des Kommandanten. Dort hat man die typische Struktur dieser Häuser einschließlich der Zwischenwände und Bemalungen wieder aufgebaut.

Die Burg ist zudem ein beliebtes Fotomotiv für Hochzeitspaare oder generell formelle Fotos .

Um ein Uhr ging es von Kumamoto weiter in den Aso Nationalpark. Uns war schon klar, dass der Krater seit September vergangenen Jahres für Besucher gesperrt ist. Daher war der Parkplatz unterhalb der Seilbahnstation Endstation. Wir haben uns einen kurzen Film über die Caldera und den Vulkan an sich angeschaut. Auch wenn ich kein Wort verstanden habe, war der Text des Films ein wenig zu reißerisch für meinen Geschmack, die Filmaufnahmen und Effekte auf dem Modell im Raum waren jedoch sehr gut.
Aso ist auch das Zentrum für Rinderzucht und Milchproduktion, sodass ich mir dort eine Flasche Milch mit japanischen Schriftzeichen gekauft habe. Die Milch war die teuerste meines Lebens.

Ein weiterer Fotostopp circa einen Kilometer weiter unten hat einen wunderschönen Ausblick auf die alten Kraterränder und den rauchenden aktuellen Krater gebracht. Die Landschaft dort ist wirklich wunderschön .

Von dort ging es dann mit einem kurzen Zwischenstopp weiter nach Nagasaki. Dort sind wir kurz vor 8 Uhr abends im Hotel angekommen. Ich bin nur kurz in den angrenzenden Family Mart gegangen, um mir mein Abendessen zu holen. Es gibt wieder eine Überraschungsbox, denn ich habe keine Ahnung, was in den Reisteilchen eingearbeitet ist.

Morgen früh geht es erst um 9 Uhr los mit der Stadtbesichtigung. Ich hoffe, dass ich nun etwas länger schlafen kann .

Aufgaben
700 Yen Milch
1000 Yen getrocknete Früchte und Getränke
circa 500 Yen für Getränke
700 Yen Abendessen

Mittwoch, 20. Mai 2015

Kagoshima und Umgebung

Ich bin heute um 5 Uhr aufgestanden, freiwillig, um mir den Sonnenaufgang am Sakurajima anzusehen, er war einigermaßen, es könnte aber besser sein. Daher werde ich morgen in das selbe Spiel noch einmal tun.

Um halb neun ging es Chiran, zu den Samurai Gärten, wunderschöne kleine Gärten die im japanischen Stil angelegt sind. Allerdings weniger schön wenn im vorletzten Garten zwei größere Reisegruppen aufeinandertreffen.

Danach ging es ins Tokko Museum, ein Museum über die Kamikaze Flieger. Im Museum selbst war meistens alles in japanisch erklärt. Ich weiß, dass es unterschiedliche Geschmäcker gibt, und dass dies ein Teil der japanischen Geschichte ist, den die Japaner allerdings sehr unreflektiert  und verherrlichend präsentieren, daher hätte ich auf diesem Programmpunkt gut verzichten können.

Nach einer Mittagspause in einem kleinen Einkaufszentrum ging es weiter zu einem Landschaftsgarten dem Sengan-en, auch hier wieder ein typisch japanischer Garten mit Steinen, Pflanzen und dem Vulkan im Hintergrund .

Gegen drei Uhr sind wir dann mit der Fähre auf die Vulkan-Halbinsel übergesetzt. Da sich der Vulkan in Dunst hüllte, waren die Bilder so lala. Nach der Rückfahrt bin ich in der Innenstadt ausgestiegen, habe mir etwas zu essen geholt und bin mit dem Shuttle Bus zurück ins Hotel. Nun werde ich noch einmal ins Onsen gehen.

Ausgaben

1000 Yen für Tee
600 Yen fürs Mittagessen
500 Yen für Getränke
700 Yen für Mitbringsel
400 Yen fürs Abendessen

Dienstag, 19. Mai 2015

Koya-san nach Kagoshima

Am Morgen war ich um kurz vor 5 Uhr warch und bin nochmal ins heiße Bad, wenn ich dachte es wäre leer - Fehlanzeige.
Die Nacht hatte es durchgeregnet.
Der Besuch des Morgengebets - man war dabei. Aber 50 Minuten auf den Knien.
Das Frühstück war im selben Raum wie das Abendessen. Also wieder eine halbe Stunde auf dem Boden.

Um kurz vor 9 ging's mit dem Bus, dann mit der Zahnradbahn, einem Bummelzug und einem Regionalexpress zurück nach Osaka.

Die U-Bahn hat uns dann zum Startpunkt des Shinkansen nach Kagoshima gebracht und wir hatten doch wirklich 90 Minuten Mittagspause!!! Ich habe in einem Lokal gegessen, das sich auf Udon-Suppen spezialisiert hatte. In Japan gilt es als unfein sich die Nase öffentlich zu putzen, aber schlürfen darf man... mehr sag ich dazu nicht.
In einem Lebensmittelmarkt im Bahnhof bin ich bald vom Glauben abgefallen. Ein halber Camembert 1200 Yen, eine Flasche Rotwein 2800 Yen ( 130 Yen ca. 1€).

Jetzt liegen 4 h Zugfahrt im Shinkansen vor uns. Hatte schon erwähnt, dass sich die Schaffner vor dem Verlassen jedes Wagons verbeugen?

Vom Bahnhof geht's dann weiter mit dem Taxi. Die Taxis haben auf dem Dach die Firmenzeichen, das kann dann ein Herz sein oder auch ein Ventilator. Außerdem tragen die Fahrer Handschuhe und Mütze und die Sitzlehnen sind mit Deckchen bedeckt.

Weil sonst nicht so viel an diesem Tag los war, vielleicht ein paar Worte zu den japanischen Toiletten. Die öffentlichen Toiletten sind äußerst sauber, und zudem kostenlos. Hin und wieder trifft man auf eine japanische Stehtoilette, die, sofern sie nur für die kleinen Dinge benutzt wird, für mich kein Problem darstellt.
Etwas verrückt sind die Knöpfe, die sich an den Toiletten befinden. Der erste Knopf ist für das Beheizen des Toilettensitzes, ein weiterer Knopf hat Bidet Funktion (vorne und hinten), außerdem gibt es noch einen Knopf fürs Lufttrocknen und der schärfste Knopf ist die Privatfunktion, das heißt, wenn man auf ihn drückt, dann ertönt Wasserplätschern. Diese Knöpfe gibt es nicht nur bei den Hoteltoiletten sondern auch bei den öffentlichen Toiletten.

Ausgaben
1000 Yen Mittagspause
800 Yen Verpflegung
1200 Abendessen

Koya-san

Am Morgen ging es in Kyoto noch zum Tempel Sanjusangen-do, der über 1000 Statuen beherbergt. Leider war kein Foto möglich. Wenn man bedenkt, daß diese Figuren mehrere hundert Jahre alt sind, schon imposant.

Danach ging es mit dem Bus in die Berge. Das Mittagessen war wiederum nur ein kleiner Imbiss, damit wir zeitig ankamen. Nach dem Abstellen des Gepäcks im der Herberge und dem ersten Blick ins Zimmer ging es weiter zum Tal mit tausenden von Gräbern. Am Ende befand sich ein Tempel, der das Grab des Buddhismus-Gründers in Japan beinhaltet. Es ist ein Pilgerort mit allen Ausprägungen und wieder Massen an Japanern. Kurz nach dem wir den Tempelbezirk verlassen hatten, begann es zu regnen, der Schirm war natürlich im Koffer. Also Schirm kaufen, beim ersten Laden hätten wir das doppelte gezahlt als etwas später, es gibt auch hier Wegelagerer.

Im Anschluss gab es noch einen weiteren Tempel, in dem wir unsere Schuhe in Plastiktüten verpackt mitbekamen. Auch hier war wieder fotografieren verboten. Insbesondere die bemalten Schiebetüren waren verboten zu fotografieren, das war nicht das erste Mal, nur erschließt es sich mir nicht warum.

Dann ging es leicht feucht wieder in die Herberge. Das Abendessen war typisch japanisch. Viele Kleinigkeiten, bis auf die Salzpflaume war es auch sehr gut.
Im Anschluss habe ich mich ins Onsen gewagt. Erst wäscht an sich, dann legt man sich in ziemlich heißes Wasser. Länger als 5 Minuten habe ich es nicht ausgehalten.
Danach auf der Futonmatte die Nacht verbracht, sogar relativ gut. Wahrscheinlich hat das heiße Wasser hier geholfen.

Morgen gibt es einen reinen Fahrtag.

Ausgaben
800 Yen Räucherstäbchen
1200 Yen Mittagspause
250 Yen Regenschirm
200 Yen Getränke

Sonntag, 17. Mai 2015

Kyoto

Heute haben wir Kyoto besucht. Mein erster Eindruck: ist die Stadt überlaufen! Menschenmassen an Touristen, vielleicht vergleichbar mit Neuschwanstein.
Außerdem komme ich mir vor wie ein Japaner auf Europareise. Am ersten Tempel eine Stunde Aufenthalt, am zweiten Schrein eine Stunde Aufenthalt, am Palast ebenfalls eine knappe Stunde, auf dem Aussichtsberg dann etwas mehr Zeit. Von dort mit dem Taxi zur Teezeremonie.
Letztendlich läuft es darauf hinaus zu fotografieren, egal wie viele Köpfe man im Bild hat.
Im Moment bin ich ziemlich glücklich, dass ich mir keine großen Gedanken gemacht habe, was ich wo und wie fotografieren möchte.

Der erste Stopp heute morgen war der Ryoanji Tempel, der bekannt ist für seinen Steingarten. Hier waren wir mit bei den ersten Touristen, das bedeutet aber, dass mindestens noch fünf japanische Schulklassen ebenfalls dort waren. Nach einer knappen Stunde, das heißt Rundgang und fotografieren, egal wie, ging es mit dem Bus weiter zum goldenen Pavillon.

Hier war die Hölle los, Chinesen, Japaner, Amerikaner, Europäer- wer auch immer. Letztendlich musste ich mich zwischen fotografieren und den Erklärungen unserer Reiseleiterin entscheiden, ich habe mich sehr oft für das Fotografieren entschieden. Es war so viel los, dass man für ein gescheites Foto oft die doppelte Zeit brauchte als wenn man alleine dort gewesen wäre.

Hier ging es nach einer Stunde ebenfalls weiter zur Burg Nijo-jo. Im Gebäude selbst durfte man nicht fotografieren, dafür hatten wir allerdings eine japanische Aufpasserin, die uns durch die Räume gescheucht hat.
Vieles wird dort gerade restauriert, so dass es eine Mixtur zwischen Neuem und leeren Räumen gab. Jedenfalls hat das Gebäude einen guten Eindruck vermittelt, wie im Mittelalter die Herrscherkaste gelebt hat.
Die Gärten, die wir heute gesehen haben, sind typische japanische Landschaftsgärten.  Sie wirken ähnlich wie die englischen Gärten. es gibt Sichtachsen und kunstvoll gestaltete Anpflanzungen.

War ich der Auffassung, dass es am Pavillon schon voll war, dann war der Weg zum Tempel Kioyomizu so voll wie der Frankfurter Weihnachtsmarkt kurz vor dem vierten Adventsonntag abends. Man hat sich nach oben geschoben und man hat sich wieder nach unten geschoben. Der Tempel selbst ist imposant wegen seiner Bauart, man hat hier Geländeunebenheiten mit Stelzenbauweise ausgeglichen. Wenn man sich überlegt, dass die Gebäude ursprünglich tausend Jahre alt sind, dann ist dieses sehr erstaunlich.

Auf dem Weg nach unten habe ich eine wunderhübsche Teetasse oder besser einen Becher erstanden. In den Gebäuden, die die Straße zum Tempel säumen, verkauft man vieles vom Kitsch bis zu hochwertigen Keramik. Am Fuß des Berges ging es dann mit dem Taxi weiter in die Innenstadt zu einer Teezeremonie.

Es war keine klassische Teezeremonie sondern wir bekamen in groben Zügen erklärt, wie diese Zeremonie eigentlich abläuft. Außerdem bekamen wir den Matcha zu trinken und die typischen Süßigkeiten, die dazugehören, zu essen. Den Tee werde ich nicht mit nach Deutschland nehmen, egal wie gesund ist.

Hier war das heutige Tagesprogramm beendet. Ich bin dann von dort zu Fuß durch eine Einkaufspassage zurück zum Hotel gelaufen. Auf dem Weg habe ich mir in einem 7eleven Laden etwas zu trinken und mein Abendessen geholt. Das Essen war wieder eine Wundertüte, zum einen konnte ich nur erahnen, was ich da kaufe und als ich es gegessen hatte, wurde mir klar, wie ich die Packung hätte aufmachen sollen. Es waren Nori Blätter mit Reis und etwas gegrilltem Lachs.
In der Einkaufspassage gab es einige Läden, die die einfache Version des Kimonos verkaufen. Umgerechnet hätte ich dafür etwa 60 Euro hinlegen müssen, ich habe mich aber dann dagegen entschieden. Nicht unbedingt meine Größe. Ein weiterer Laden hatte zudem gebrauchte Kimono Teile für 5000 Yen im Angebot, auch hier war mir das Geld doch etwas zu viel denn das Stück würde ohnehin nur im Schrank liegen. Vielleicht finde ich in einem anderen Laden einen schönen Gürtel, den ich vielleicht an die Wand hängen kann.

Ich schaue gerade auf die Uhr, es ist kurz vor acht Uhr abends. Eigentlich könnte ich noch etwas unternehmen, aber mir brennen die Füße und morgen wird es wahrscheinlich genauso hektisch und anstrengend.

Morgen früh geht es um 8 Uhr in Richtung Koja-san.

Ausgaben: circa 1000 Yen Abendessen, 250 Yen Getränke, 300 Yen für gekühlten Grüntee mit Eis, 250 Yen für eine Kartoffel am Stiel (mein Mittagessen)
Mitbringsel: 1000 Yen für 2 Keramikbilder (eigentlich Halterungen für Räucherstäbchen), sowie rund 3000 Yen für den Teebecher

Samstag, 16. Mai 2015

Nara und Kyoto

Heute früh ging es relativ zeitig los, wir sind mit dem Zug nach Nara gefahren. Nara ist die erste Kaiserstadt. Als wir aus dem Hotel sind, hat es geregnet. Offen gestanden habe ich mir bei diesem Urlaub gar nicht über das Wetter Gedanken gemacht. Die Zugfahrt war durchaus interessant, allerdings ist es wie überall, entweder die Häuser sind bis an die Strecke herangebaut oder Bäume beziehungsweise Bambus versperren die Sicht.

In Nara angekommen sind wir entlang der Hauptstraße zum Park gelaufen, wo sich der große Buddha Todai-ji befindet.
Entlang der Straße standen kleinere Verkaufsstände, um die sich Schüler und Rehe scharrten. Dort gab es nämlich Kekse zu kaufen, mit denen man die Rehe füttern konnte. Die Rehe sind ziemlich aufdringlich. Vereinzelt hat man auf dem Weg zwischen neuen Häusern auch verschiedene kleine alte Häuser gesehen. Nara Park und der dazugehörige Tempel sind Ausflugsziele für ganze Schulklasse.
Im Tempel angekommen ist es schon erstaunlich diesen großen Bronzebuddha zu sehen, insbesondere wenn man weiß, dass dieser Buddha um 800 nach Christus gegossen wurde. Es heißt, weil so viele Material gebraucht wurde, existieren keine weiteren Metallfiguren in Japan.
Im Tempel wurden wir von einer Gruppe Schüler als Übungskaninchen missbraucht, sie haben ihre Englischkenntnisse an uns geübt, der Lehrer hatte allerdings vorher gefragt. Uns wurden so Fragen gestellt wie, wie heißt du, was isst du gerne, wo kommst du her.
Dann sind wir durch den Nara Park, erst zum Schrein Kasunga Taisha mit seinen hunderten von Steinlaternen und von dort weiter zur höchsten Pagode Japans gelaufen.
Das Wetter hatte sich mittlerweile eingeregnet, außerdem war es schwül. aber trotzdem haben die Gärten und die Schreine eine ganz besondere Atmosphäre. Durch die Haupteinkaufsstraße sind wir dann zum Bahnhof gelaufen, um mit einem Zwischenstopp nach Kyoto zu fahren.

Auf dem Weg zum Bahnhof habe ich mir zwei gewürzte Reiscracker - diese waren lecker - und 5 Reisbällchen mit einer süßen Bohnenfüllung - zäher als Kaugummi - gekauft. Die haben ziemlich lange gehalten.

Auf dem Zwischenstopp haben wir uns kurz den Schrein der Tausend Tore angeschaut. Da hier relativ viele neue Torii stehen und er noch überlaufener ist, als der Schrein in Nara hat er für mich etwas an Atmosphäre vermissen lassen.

In Kyoto ging es vom Bahnhof mit dem Taxi entlang des Flusses zur 3. Straße. Dort in der Nähe befindet sich ein Theater in dem wir uns eine Aufführung angesehen haben. Dieser Punkt stand nicht im Programm. Bei einigen anderen war er aufgeführt. Da auch Japaner anwesend waren, nehme ich an, dass es keine reine Touristenattraktion ist. Am Abend habe ich gelernt, dass diese aus Aufführungen nur an wenigen Wochen im Jahr stattfinden und dass sie von Geishas durchgeführt werden. Am heutigen Tage habe ich verschiedene Frauen im Kimono gesehen und im Theater, das hat uns die Reiseleiterin bestätigt, saß auch eine Geisha. Sie hatte das traditionelle Gewand an und war auch entsprechend geschminkt und frisiert.

Zum japanischen Abend sind wir mit der anderen Reisegruppe, die ebenfalls bei JS Tours stattfindet, gefahren. Wir waren etwa 20 Personen. Das Fondue fand in einem kleinen Restaurant statt, bei dem wir an vertieften Tischen sitzen mussten. Auf jedem Tisch stand eine Schüssel mit kochenden Wasser. in der dann Gemüse und Fleisch gekocht wurden. Da es nur Wasser war, gab es zwei Saucen zum Tunken, eine auf Curry Basis und eine weitere die ähnlich wie Sojasauce aussah. Offen gestanden hätte ich mir gewünscht, dass ich eine weitere Schüssel gehabt hätte, um dort das aus dem Wasser geholte Gemüse abzulegen und es erst dann in die Soße zu tunken.
Im Anschluss gab es eine Vorführung von einer Maiko, das ist eine Geisha in Ausbildung. Es war ein junges Mädchen von etwa 16 Jahren die sich im zweiten Lehrjahr befand, Wir haben erfahren, dass es zur Zeit nur noch 60 Maikos gibt. Es kann also sein, dass dieser Tradition in naher Zukunft ausstirbt.
Geishas sind keine Prostituierten sondern leisten Gesellschaft auf hohem Niveau ohne eine sexuelle Komponente. So zumindest die offizielle Lesart.

Aufgaben in Nara circa 1000 Yen für Essen und Getränke

In Kyoto 350 Yen für Getränke

Freitag, 15. Mai 2015

Osaka

Nach der Ankunft am Flughafen um 7 Uhr 20 ging es durch die Passkontrolle und die Einreiseformalitäten. Danach habe ich mich in die Schlange am Kofferband angestellt. Es hat ungefähr dreißig Minuten gedauert bis die Koffer nach und nach kamen, der Zoll war dann kein Problem.
Eigentlich sollte uns unsere Reiseleiterin nach dem Zoll erwarten, aber da sie auch auf dem Flugzeug war, und ihre Probleme hatte, die Koffer zu bekommen, kam sie etwas später. Es wäre schön gewesen, wenn diese Information auch in den Reiseunterlagen enthalten gewesen wäre. Insgesamt besteht die Gruppe aus 16 Personen mit unterschiedlichem Alter, es gibt circa drei weitere Personen, die ich auf mein Alter oder sogar jünger schätze. Einige der anderen sind wohl sehr Japan affin, ich hoffe die Erläuterungen verlieren sich nicht so sehr in Einzelheiten, da meine Japanaffinität sich etwas in Grenzen hält.

Nach einigen Formalitäten sind wir dann zum Bahnhof gelaufen und von dort um kurz nach neun mit dem Zug in die Innenstadt von Osaka gefahren. Im Hotel haben wir kurz die Koffer abgestellt und sind dann entlang einer Einkaufspassage weiter in die Stadt gelaufen. Dann wurden wir auf Japan alleine losgelassen.

Mein Mittagessen habe ich in einem Sushi Restaurant gegessen. die Bestellung lief folgendermaßen ab:
Als ich in das Lokal kam wurde ich lautstark auf japanisch begrüßt, aber das ist hier wohl so üblich. Der Koch hielt mir eine Speisekarte unter die Nase, auf der zum einen auf Japanisch und Englisch die Getränke standen und die Essensmöglichkeiten, sprich Sushi, auf Bildern dargestellt waren. Ich habe dann auf das Foto getippt und ihm mit Fingern gezeigt wie viele Teile ich von dem jeweiligen Sushi haben möchte.

Im Anschluss bin ich dann zum Hotel zurück. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, nach der kurzen Stadtbesichtigung gleich weiter zur Osaka Burg zu laufen. Aber dann hätte ich mir die Erfahrung mit der U Bahn nicht gönnen können, denn es ist schon eine Erfahrung der dritten Art, wenn man vor einem Kartenautomaten steht und außer Ziffern nichts lesen kann. Aber hier steht bei jeder Automatengruppe ein freundlicher Angestellter und hilft einem weiter.
Und so bin ich dann ohne Probleme zur Burg und auch wieder zurückkommen.
Zum Abendessen habe ich mir einen gefüllten Teigballen gegönnt und in einem Laden eine Flasche mit etwas gekauft, dass nach Regen aussieht. Es war ungesüßter grüner Tee. Ich glaube, ich werde mich auf Wasser und die gelegentliche Limonade beschränken.

Ich glaube vieles, was ich hier kaufe, wird einer Wundertüte gleichen,  denn wenn man nicht lesen kann, was draufsteht und die Bilder auch nicht gerade aussagekräftig sind, bleibt es immer eine Überraschung, was man letztendlich da gekauft hat. Übrigens hier gibt es grünes KitKat, das ist ein weißes KitKat mit Grüntee Extrakt.

Ich muss sagen, dass ich nicht ganz so kaputt war wie nach dem ersten Tag Neuseeland, aber es sind ja auch nur 11 Stunden Flug und eine Zeitverschiebung von 7 Stunden. Die die Nacht warum 10 Uhr zu Ende gewesen, aber ich konnte dann doch noch bis 5 Uhr Ortszeit weiterschlafen.

Morgen früh geht es mit dem Zug nach Nara und von dort nach einer Besichtigung weiter mit dem Zug nach Kyoto.

Es ist schon ungewöhnlich eine Rundreise mit überwiegend öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuführen. Mal sehen wie es weitergeht.
Nachtrag: im Hotel gibt es beheizbare Toilettendeckel.

Ausgaben:

300 Yen gekühlter grüner Tee

1000 Yen Mittagessen

480 Yen U-Bahn Fahrkarten

250 Yen KitKat

250 Yen Getränke

Auf nach Japan

Erstens: Keiner hat gestreikt, weder die Lokführer noch die Piloten.
Zweitens: Die Bahn war pünktlich.

Bisher bin ich noch nie Lufthansa geflogen, daher kam ich mir beim Einchecken vor wie ein Kind beim Brezel backen. Keine nette Dame am Check-in-Schalter sondern ein Selbstbedienungsterminal. Der mochte erstmal meinen Pass nicht, irgendwann ging's dann doch. Koffer aufgeben war auch nicht besser. Wenn man die Prozedur einmal durchhat, weiß man wie's geht.

Dann bin ich nochmal ins Airrail-Terminal, um zu sehen, wo man was zu essen bekommt; im September halten wir dort einen Vortrag. Dabei wurde ich von einer Frau angesprochen, sie bräuchte noch Geld für ein Ersatzticket. Als ich verneinte, wurde sie ausfällig. Also hat sie nur geschnorrt.

Die Schlange am Selbst-Check-in war nun erheblich länger. Gut das ich früh war. Dann bin ich Richtung Passkontrolle und Security. Bei der automatischen Passkontrolle das selbe Spiel. Erst als ich ihn aus der Hülle genommen habe, hat der Scanner ihn gelesen. Bei der Security habe ich dann das erste Mal Kontakt mit dem Körperscanner gemacht. Meine Klamotten haben 4 von diesen Schalen eingenommen, Schuhe, Jacke, Rucksack usw. Aber es ging so schnell, daß meine Sachen noch nicht durchleuchtet waren und ich sie sicher in Empfang nehmen konnte.

Das Abfluggate war Z69. Ganz am Ende des Fingers. Jetzt sind 2 Stunden vor Abflug und gut eine Stunde vor boarden. Mein Tablet lasse ich gerade noch laden und um mich herum quatschen wahrscheinlich Japaner. Nachtrag: die Japaner sind Chinesen.

Das Boarden war pünktlich abgeschlossen, aber weil das Fahrzeug, das den Flieger vom Gate wegschieben sollte defekt war, ging es erst 45 Minuten später los.
Die Flugroute ging über Bergen-Enkheim nach Norden, dann entlang der Ostsee über den Ural, den Baikalsee und Habin. Über dem japanischen Meer wurde es pünktlich zum Frühstück etwas ruppig. Das hat sich dann aber wieder gegeben.
Trotz der Verspätung beim Abflug ist der Flieger pünktlich gelandet.
Die Beinfreiheit war gut, aber gegenüber Singapore Airlines war der Service etwas schlechter, aber nur etwas. Das Abendessen hat mit der Vorbestellung geklappt, das Frühstück kann man etwas später:-)

Samstag, 28. Februar 2015

Schäfchen Cupcakes

Heute kam eine Freundin zu Besuch und da sie den Aufwand für so etwas zu schätzen weiß, habe ich mir den Spaß gemacht diese Cupcakes zu backen.

Die Schäfchen bestehen aus einem Schokoladen-Teig mit einem Topping aus Butter, Puderzucker und Marshmallow-Creme (alternativ kann man auch das Innere von Negerküssen nehmen) und kleinen Marshmallows. Die Köpfe sind aus Marzipan.
Die Wiese ist ein Mürbeteig mit Zuckerguß. Und da es auch schwarze Schäfchen gibt, erhielten noch einige ein Glasur aus dunkler Kouvertüre.

Freitag, 8. August 2014

Julius Caesar and the Crucible

Letztes Wochenende war ich nach 7 Jahren mal wieder in London, der Grund: Theater. Angefangen hat alles mit einer Meldung Mitte April, daß Richard Armitage in 'The Crucible' auf der Bühne steht. Da ich Snooker-Fan bin, habe ich mich gefragt, was er in Sheffield macht, bis mir klar wurde, daß dies der Originaltitel von Arthur Miller's Hexenjagd ist.
Also habe ich geschaut wann ich wie am besten nach London komme. Die Entscheidung fiel auf das erste Augustwochenende. Also Ticket gebucht, 4. Reihe im Parkett am Freitag 1.8. um 19.30.
Mitte Juni habe ich nach Programmpunkten für den Freitagvormittag gesucht, dabei bin ich auf das Globe Theatre gestoßen. Was dort meine Aufmerksamkeit gefesselt hat, war die Besetzung des Stücks Julius Cäsar, als Cassius wurde dort Anthony Howell geführt. Am Freitag und Samstag des Wochenendes gab es zwei Matineevorstellungen. Ich habe etwas gegrübelt und mich a) entschieden mir ihn ebenfalls auf der Bühne anzusehen und b) die Vorstellung am Freitag zu besuchen, weil es dort noch die besseren Plätze gab und ich mir damit meinen Ausflug nach Stratford und Hackney am Samstag nicht verbauen würde.
Nun war es soweit, Anreise per Bus und Fähre. Der Bus war noch ganz ok, aber die Fähre auf der Hin- und Rückfahrt war eine Katastrophe. Bei der Hinfahrt waren wir pünktlich, aber die Abfertigung war so langsam, daß wir erst eine spätere Fähre nehmen konnten und die hatte dann noch eine halbe Stunde Verspätung. (Bei der Rückfahrt fielen dann zwei Fähren komplett aus.) Ankunft in London kurz nach 21 Uhr, Gott sei Dank hatte ich nichts wichtiges für diesen Abend geplant.

Am nächsten Morgen bin ich dann von Hammersmith in die Innenstadt gefahren und habe mir meine vorbestellten Theaterkarten abgeholt, erst am Old Vic und dann am Globe. Dort konnte ich wie geplant mir das Theater auf einer geführten Tour ansehen. Die Zeit bis zur Aufführung habe mir dann in der Cafeteria mit einem Sandwich und einer hausgemachten Limonade vertrieben. Anthony Howell habe ich dort auch erspähen können, leider hatte ich meine kleine Kamera nicht griffbereit. Um 14 Uhr fing Julius Cäsar an. Rund 3,5 h, ich war so fasziniert, dass ich glatt vergessen habe, dass ich ja mein Opernglas dabei hatte. Und so schlecht wie es manche Kritiker fanden, war es nun auch nicht, naja man kann an allem ein Haar finden. Es war eine typische elisabethanische Aufführung in Kostüm und mit abschließenden Jig. Nach der Vorstellung habe ich an der Stage Door gewartet, um mir von Anthony Howell, wegen dem ich ja die Karte gekauft hatte, ein Autogramm zu holen. Ich bekam dann von einem Mitarbeiter des Theaters den Tipp, doch mal in der Bar nachzuschauen. Erst war ich von dieser Situation nicht ganz begeistert, aber ich habe wohl einen guten Augenblick erwischt, und ich habe nun mein Autogramm mit Widmung und ihn wohl nicht allzusehr gestört, da er sich noch einige Minuten mit mir im Anschluss unterhalten hat. Um ein Foto habe ich aber wegen des Umfelds nicht gebeten, obwohl ich zu dieser Zeit wohl die einzige war, die wegen des Autogramms gefragt hat. (Dafür habe ich 2 unerlaubte Aufnahmen im Globe gemacht...)

Der Abend war ein Kontrastprogramm. Auf dem Weg zum Old Vic habe ich mir dann ein Sandwich zum Abendessen gegönnt (ich liebe diese Teile). Dann habe ich mir auf der Toilette ein frisches Oberteil angezogen und meine Nase gepudert. Im Anschluss habe ich mir eine Victorian Lemonade in der Bar gegönnt. Um 19.30 begann das Stück, es wurde 'in the round' gespielt, d.h. es gab keine klassische Bühne. Nur eine freie Fläche in der Mitte und rundherum die Zuschauer.
Das Stück kannte ich vorher nicht, hatte aber einige Kritiken gelesen, die begeistert waren, aber einige Längen bemängelten. Das stimmte auch, ein erstklassiges Ensemble, aber man hätte diese 3,5 h etwas kürzen können. Richard war gut, aber weil auch die anderen gut waren, stach er nicht heraus. Auch hier habe ich wieder das Opernglas vergessen. Aber da ich in der 4. Reihe gesessen habe, wäre das auch überflüssig gewesen.  

Nach dem Stück habe ich mich ebenfalls zur Stage Door begeben, da stand schon eine Schlange von etwa 20 m Länge, nach mir waren es ca. nochmal genauso viele. Es waren so ca. 99,99% Frauen... Um diese Masse abzuarbeiten, war es wie am Fließband. Ein Autogramm, wenn es jemand Dritten gab, der ein Foto machte, dann auf die Bitte noch noch die Frage ''where is the camera?'' Und eine Aufnahme, das war es... pro Person vielleicht 10 bis 15 Sekunden (entsprechend sieht die Unterschrift auch aus:-) ). Ein Foto mit ihm habe ich nicht gemacht, ich finde diese Selfie-Manie albern. Dank der Ordner, die da waren, ging es auch relativ zivilisiert zu, ich wollte noch ein zweites Autogramm für eine Freundin, wurde aber von den Ordnern vertrieben, als ich mich nochmal anstellen wollte. ''Only one time!'' Ein paar Fotos habe ich mit meiner Canon in einigem Abstand gemacht, aber die kleine neue Nikon, die ich mir für diesen Zweck gekauft habe, kam nicht zu Einsatz. Um 1 Uhr früh war ich dann wieder im Hotel.
Alles in allem war es ein wundervoller Tag. Ein Wochenende später hätten sie Julius Cäsar nicht gespielt. Ich habe den Mut gefunden AH um das Autogramm zu bitten und einen einigermaßen intelligenten Small Talk gemacht. RA hat nach der Vorstellung Autogramme gegeben, was er nicht hätte tun müssen.

Am nächsten Morgen bin ich dann nach Stratford gefahren. Neben dem Olympiagelände von 2012 gibt es dort das größte Einkaufszentrum Europas Westfield. Dort hat mich ein Wachmann darauf hingewiesen, dass ich keine professionellen Fotos machen darf. Meine Canon als Profi Kamera zu bezeichnen, ist so als würde man meinen Corsa als Rennwagen bezeichnen. Ich habe mich dann in Richtung Olympia Gelände verabschiedet. Das Gelände ist noch im Umbau begriffen, man baut die Olympiastätten so um, dass sie von jedem genutzt werden können. Lange habe ich mich dort nicht aufgehalten, zumal die Fahrt auf den Aussichtsturm 15 Pfund gekostet hätte, das war mir dann doch zu teuer.
Von dort bin ich dann entlang des Kanals nach Hackney gelaufen. Durch den Park bis zur Hauptstraße, wo ich dann in einem vietnamesischen Restaurant gut zu Mittag gegessen habe. Ich habe erst noch überlegt, ob ich vielleicht direkt nach London Fields laufen sollte, habe mich aber dann dagegen entschieden. Leider. Denn am Broadway gab es einen Bauernmarkt und nach den Bildern, die ich heute im Internet gesehen habe, hätte ich dort gegebenenfalls sogar Michael Fassbender antreffen können - es hat halt nicht sollen sein. In Hackney habe ich noch einen kleinen Abstecher in das Outlet von Burberry gemacht, allerdings fingen die Preise dort bei 60 Pfund für eine kleines Halstuch an und so viel Geld hatte ich nicht dabei (und wollte ich auch nicht ausgeben). Über den Broadway bin ich dann wieder zurück an den Kanal und von dort entlang bis zur nächsten Overground Station, dann mit dem Zug und der Underground zurück nach Hammersmith.
Insgesamt waren es rund neun Kilometer, die ich an diesem Tag gelaufen bin. Mit brennenden Füßen war ich gegen 18 Uhr im Hotel zurück und am nächsten Morgen ging's dann schon wieder zurück nach Deutschland. Dank der beiden ausgefallenen Fähren von Dover nach Calais war ich dann kurz nach Mitternacht wieder zuhause.