Sonntag, 17. Mai 2015

Kyoto

Heute haben wir Kyoto besucht. Mein erster Eindruck: ist die Stadt überlaufen! Menschenmassen an Touristen, vielleicht vergleichbar mit Neuschwanstein.
Außerdem komme ich mir vor wie ein Japaner auf Europareise. Am ersten Tempel eine Stunde Aufenthalt, am zweiten Schrein eine Stunde Aufenthalt, am Palast ebenfalls eine knappe Stunde, auf dem Aussichtsberg dann etwas mehr Zeit. Von dort mit dem Taxi zur Teezeremonie.
Letztendlich läuft es darauf hinaus zu fotografieren, egal wie viele Köpfe man im Bild hat.
Im Moment bin ich ziemlich glücklich, dass ich mir keine großen Gedanken gemacht habe, was ich wo und wie fotografieren möchte.

Der erste Stopp heute morgen war der Ryoanji Tempel, der bekannt ist für seinen Steingarten. Hier waren wir mit bei den ersten Touristen, das bedeutet aber, dass mindestens noch fünf japanische Schulklassen ebenfalls dort waren. Nach einer knappen Stunde, das heißt Rundgang und fotografieren, egal wie, ging es mit dem Bus weiter zum goldenen Pavillon.

Hier war die Hölle los, Chinesen, Japaner, Amerikaner, Europäer- wer auch immer. Letztendlich musste ich mich zwischen fotografieren und den Erklärungen unserer Reiseleiterin entscheiden, ich habe mich sehr oft für das Fotografieren entschieden. Es war so viel los, dass man für ein gescheites Foto oft die doppelte Zeit brauchte als wenn man alleine dort gewesen wäre.

Hier ging es nach einer Stunde ebenfalls weiter zur Burg Nijo-jo. Im Gebäude selbst durfte man nicht fotografieren, dafür hatten wir allerdings eine japanische Aufpasserin, die uns durch die Räume gescheucht hat.
Vieles wird dort gerade restauriert, so dass es eine Mixtur zwischen Neuem und leeren Räumen gab. Jedenfalls hat das Gebäude einen guten Eindruck vermittelt, wie im Mittelalter die Herrscherkaste gelebt hat.
Die Gärten, die wir heute gesehen haben, sind typische japanische Landschaftsgärten.  Sie wirken ähnlich wie die englischen Gärten. es gibt Sichtachsen und kunstvoll gestaltete Anpflanzungen.

War ich der Auffassung, dass es am Pavillon schon voll war, dann war der Weg zum Tempel Kioyomizu so voll wie der Frankfurter Weihnachtsmarkt kurz vor dem vierten Adventsonntag abends. Man hat sich nach oben geschoben und man hat sich wieder nach unten geschoben. Der Tempel selbst ist imposant wegen seiner Bauart, man hat hier Geländeunebenheiten mit Stelzenbauweise ausgeglichen. Wenn man sich überlegt, dass die Gebäude ursprünglich tausend Jahre alt sind, dann ist dieses sehr erstaunlich.

Auf dem Weg nach unten habe ich eine wunderhübsche Teetasse oder besser einen Becher erstanden. In den Gebäuden, die die Straße zum Tempel säumen, verkauft man vieles vom Kitsch bis zu hochwertigen Keramik. Am Fuß des Berges ging es dann mit dem Taxi weiter in die Innenstadt zu einer Teezeremonie.

Es war keine klassische Teezeremonie sondern wir bekamen in groben Zügen erklärt, wie diese Zeremonie eigentlich abläuft. Außerdem bekamen wir den Matcha zu trinken und die typischen Süßigkeiten, die dazugehören, zu essen. Den Tee werde ich nicht mit nach Deutschland nehmen, egal wie gesund ist.

Hier war das heutige Tagesprogramm beendet. Ich bin dann von dort zu Fuß durch eine Einkaufspassage zurück zum Hotel gelaufen. Auf dem Weg habe ich mir in einem 7eleven Laden etwas zu trinken und mein Abendessen geholt. Das Essen war wieder eine Wundertüte, zum einen konnte ich nur erahnen, was ich da kaufe und als ich es gegessen hatte, wurde mir klar, wie ich die Packung hätte aufmachen sollen. Es waren Nori Blätter mit Reis und etwas gegrilltem Lachs.
In der Einkaufspassage gab es einige Läden, die die einfache Version des Kimonos verkaufen. Umgerechnet hätte ich dafür etwa 60 Euro hinlegen müssen, ich habe mich aber dann dagegen entschieden. Nicht unbedingt meine Größe. Ein weiterer Laden hatte zudem gebrauchte Kimono Teile für 5000 Yen im Angebot, auch hier war mir das Geld doch etwas zu viel denn das Stück würde ohnehin nur im Schrank liegen. Vielleicht finde ich in einem anderen Laden einen schönen Gürtel, den ich vielleicht an die Wand hängen kann.

Ich schaue gerade auf die Uhr, es ist kurz vor acht Uhr abends. Eigentlich könnte ich noch etwas unternehmen, aber mir brennen die Füße und morgen wird es wahrscheinlich genauso hektisch und anstrengend.

Morgen früh geht es um 8 Uhr in Richtung Koja-san.

Ausgaben: circa 1000 Yen Abendessen, 250 Yen Getränke, 300 Yen für gekühlten Grüntee mit Eis, 250 Yen für eine Kartoffel am Stiel (mein Mittagessen)
Mitbringsel: 1000 Yen für 2 Keramikbilder (eigentlich Halterungen für Räucherstäbchen), sowie rund 3000 Yen für den Teebecher

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