Heute stand die Besichtigung von Nagasaki auf dem Programm. Los ging es mit einer Fahrt in der Straßenbahn zum Tempelbezirk Tera-machi. Die Straßenbahn hatte ungefähr das Alter wie die Tatra Wagen in der DDR. Allerdings muss man sagen am Abend bin ich mit einem neueren Modell gefahren.
Der Tempel Sofuku-ji, den wir besucht haben, gehört, zur chinesischen Gemeinde, die hier in Nagasaki stark vertreten ist. Nagasaki war Japans Tor zur Welt, denn rund 200 Jahre war es keinem Ausländer erlaubt, außer Chinesen, in diesem Land zu leben .
Anschließend ging es nach Dejima, das ist eine Insel auf der in diesen 200 Jahren Vertreter der niederländischen Ostindien Kompanie leben durften, und wenn sie Handel treiben wollten, dann kamen die Japaner auf diese Insel. Die Insel war eigens für diesen Zweck aufgeschüttet worden und hatte bis rund 1860 Bestand. Danach hat man den Bereich zwischen Inseln und heutigem Hafenbecken aufgeschüttet, so dass die Insel innerhalb der Stadt lag. Seit einigen Jahren restauriert man diesen Bereich, einige alte Gebäude sind bereits wieder errichtet und so ausgestattet, wie man sie zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts angetroffen hat. Die anderthalb Stunden, die wir dort Zeit hatten, empfand ich etwas zu lang. Im Anschluss hatten wir gut eine Stunde Zeit in Chinatown zu Mittag zu essen. Ich hatte mir Tofu mit scharfer Soße ausgesucht, dazu Reis und kalten Tee. Das hat mich rund 1500 Yen gekostet. Die Soße war derart scharf, dass ich mir nachher, den guten Sitten zum Trotz, auf offener Straße die Nase geputzt habe .
Am Nachmittag stand der Glover Hill auf dem Programm, Der Stadtbereich in dem sich nach Öffnung des Landes die ersten Europäer wieder ansiedelten. Hier stehen noch einige alte Häuser sowie die Gartenanlagen, die nach westlichem Stil angelegt sind. Wie in Japan üblich ist vieles leicht kitschig .
Hier habe ich zum Teil meine Englischkenntnisse vergessen, denn dort sind viele Schulklassen zu Besuch und sie haben u. a. die Aufgabe, ihre Englischkenntnisse an nichts ahnenden Touristen auszuprobieren. Das Problem ist, dass sie zum einen sehr leise sprechen und sie zum anderen die Fragen nicht sonderlich gut verstanden haben, das heißt sie stellen eine Frage, aber wenn man abweichend antwortet, dann wissen sie eigentlich nicht richtig wirklich was es bedeutet. Mir war das heute zu mühselig.
So gegen 16 Uhr haben wir dann in dem Teehaus eine örtliche Küchenspezialität 'Castella' gegessen.
So gegen 17 Uhr war ich dann mit der Besichtigung des Gartens und der Häuser fertig. Obwohl mir die Füße brennen, habe ich mich entschieden, doch noch zum Friedenspark mit der Straßenbahn zu fahren. Beeindruckend zum fand ich die Fundamente des Gefängnisses, das unter anderem dort zerstört wurde. Die Statuen, die man dort aufgebaut habt, sind nach meinem Geschmack zu martialisch. Man könnte sagen typisch für den Sozialismus. Außerdem war ich noch am Mahnmal, das an der Stelle steht, an dem die Atombombe explodiert ist. Der Park dort war nicht sonderlich gut gepflegt, was sehr schade ist. Ich hätte noch einige andere Stellen besuchen können, aber die Zeit ist mir leider davon gelaufen. Die Atombombenabwürfe werden übermorgen in Hiroshima im Mittelpunkt stehen .
Für morgen ist wieder kleines Gepäck zu packen, da eine Bahnfahrt mit einem Regionalzug ansteht.
Bei der Milchflasche, die ich gestern gekauft habe, ist mir das Jahr 27 aufgefallen. Ich hatte erst gedacht, dass die Milch bis 2027 haltbar ist, aber hier schreibt man das Jahr 25 (Regierungszeit des aktuellen Tenno), daher ist es eine übliche haltbare Milch.
Ausgaben
1500 Yen Mittagessen
800 Yen Glashänger
300 Yen Eis
500 Yen Getränke
900 Yen Mitbringsel
700 Yen Abendessen
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